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  • Julia Gräter

#CleanUpMunich #12

Unter den Augen des Friedensengels


Zu aller erst freuen wir uns sehr, dass wir bei unserem 12. CleanUp am Friedensengel so viele neue Gesichter begrüßen durften! Es ist schön, dass das Bewusstsein und auch unsere Bekanntheit wächst.

Los ging es direkt einmal mit einem besonders widersprüchlichen Fund in dem Gebüsch neben den Treppen – Pizzakartons mit der Aufschrift "Wir schützen unsere Umwelt".

Erster Gedanke war an dieser Stelle natürlich - "HA HA! Jaaa klaaaar...". Doch lasst uns einmal genauer darauf eingehen.


Grundsätzlich ist die Tatsache, dass die Pizzeria Kartons aus recyceltem Papier nutzt doch sehr positiv. Über den Fakt, dass es sich hier um einen reinen Lieferservice handelt lässt sich dabei streiten, doch das soll aktuell nicht Thema sein. Viel mehr stellt sich die Frage, liegt hier die Verantwortung nicht eher auf Seiten des Konsumenten!?


An erster Stelle könnte sich der Konsument ja auch dafür entscheiden, in eine Pizzeria zu gehen und vor Ort zu essen. Dadurch könnte er sich die Kartonverpackung (und den entstandenen Lieferaufwand) sparen. Da Pizza essen am Friedensengel bei Sonnenuntergang natürlich sehr verlockend klingt, nehmen wir das nun einmal für den Moment hin. Doch als ein weiterer Punkt kommt hinzu, dass es – oh Wunder – nicht sonderlich umweltfreundlich ist, den benannten Karton anschließend in die Natur zu werfen, vermutlich mit dem Gedanken "aus den Augen, aus dem Sinn".


"Die Verantwortung liegt auch beim Endkonsumenten!"

Oft wird von der Gesellschaft kritisiert, dass Unternehmen zu wenig für den Umweltschutz machen. Und ja, ohne Diskussionsbedarf ist es essentiell, dass Unternehmen umweltbewusst produzieren und handeln und letztendlich damit auch ein Zeichen an den Konsumenten setzen! Doch wir dürfen dabei nicht vergessen, seit je her gilt folgendes ungeschriebenes Gesetz: "Nachfrage reguliert das Angebot". Kein Unternehmen der Welt produziert Waren oder bietet Dienstleistungen an, welche nicht irgendwo einen Abnehmer dafür finden. Das bedeutet im Umkehrschluss – der Konsument hat die Macht. Mit jedem Einkauf geben wir eine Stimme ab. Jeder Einkaufszettel ist dein persönlicher Stimmzettel. Um ein simples Beispiel aus dem Alltag zu nennen: Wähle ich den in Plastik verpackten Dreierpack Paprika oder nehme ich doch lieber drei einzelne!? Wir treffen tausende dieser Entscheidungen an einem Tag und oft sind wir uns dessen nicht einmal bewusst.


Wer mehr über einen Zero-Waste-Lifestyle und Alternativen zu Plastik- und Einwegprodukten im Alltag erfahren möchte, kann auch an entsprechenden Workshops teilnehmen. Dabei lernt man nicht nur neue Möglichkeiten kennen, die Umwelt zu schützen, sondern lernt auch, wie man dabei sogar noch Geld sparen kann. Julia, Gründerin und Organisatorin von #CleanUpMunich bietet solche Workshops und auch Firmenevents an. Vielleicht eine Idee für das nächste Teamevent mit den Kollegen?


Mehr dazu unter: www.juliagraeter.com


In welcher Rolle sehen wir uns als #CleanUpMunich


Bei einem interessanten Gespräch mit einem Teilnehmer ging es über seine ersten Gedanken über das CleanUp. Als erste Bedenken wurde geäußert, dass die Stadt doch dafür bezahlt wird und er es nicht einsieht, die Arbeit derer zu erledigen. Er entschied sich, trotzdem teilzunehmen und sich ein genaueres Bild davon zu machen. Unter anderem die Reaktionen von vorbeigehenden Passanten während dem CleanUp brachten ihn währenddessen auf folgenden Gedanken: Es geht gar nicht primär um den gesammelten Müll, sondern viel mehr um die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Jackpot. Der Teilnehmer erhielt das Verständnis für das große Ganze hinter #CleanUpMunich allein durch aktives Teilnehmen eines CleanUps.

Keine Frage – natürlich sind wir um jeden Zigarettenstummel, jeden Kronkorken und jedes Stück Plastik und Müll glücklich, welches nicht mehr unsere Natur belastet und eine Gefahr birgt in sie einzugreifen. Doch viel größer ist die mentale Auswirkung die wir mit unseren CleanUps haben. Dabei geht es um die Personen, welche uns dabei sehen und uns teilweise darauf ansprechen, als auch um die Teilnehmer an sich. Wir bilden eine Gemeinschaft, welche für Umweltbewusstsein sensibilisiert wird und dazulernt. Die wenigsten Teilnehmer wissen zum Beispiel, dass ein einziger Zigarettenstummel 40 Liter Grundwasser verunreinigen. Fast alle sind schockiert über diese Zahl und schauen ab diesem Zeitpunkt den Boden vor einer Parkbank mit anderen Augen an. Auch weisen Teilnehmer oft darauf hin, dass sie nach dem CleanUp mit einem viel intensiveren Blick durch die Welt gehen. Auf einmal realisiert man auf dem Heimweg, wie viel Müll einem schon auf dem Weg zum CleanUp begegnet ist, ohne ihn überhaupt zu bemerken.


Mit #CleanUpMunich haben wir folgende Ziele:


  • Müll aufsammeln - jedes einzelne Stück ist ein Stück weniger, was in die Natur und Ozeane einwirkt. Jedes Stück zählt!

  • Bewusstsein schaffen: so viel Müll ist tatsächlich vorhanden und diese Auswirkungen hat der er auf die Natur (z.B. Zigaretten)

  • Community-Bildung: gemeinsam das Richtige tun und als Vorbild vorangehen

  • Simple but satisfying: durch meditative hands-on Arbeit den Alltagsstress vergessen

  • Umweltbewusstsein ist in! Weg vom Vorurteil des Öko-Hippies hin zu neuen innovativen Ansätzen

  • CleanUps sind ein stiller Protest gegenüber dem aktuellen System, bei dem man Teil der Lösung ist

  • Gemeinsam mit Netzwerk-Partnern einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel anregen

Zurück zu unserem 12. CleanUp. Auf unserem 1,5-Stunden-Weg fanden wir wie gewohnt eine Menge Müll – dieses Mal sogar mehr als erwartet. Wir hatten eine tolle Zeit mit neuen Leuten, neuen Gesprächen und interessanten Entdeckungen. Neue Eindrücke bewegten viele auch nachhaltig in ihren Gedankengängen und auch dieses Mal hieß es, "nach dem CleanUp ist vor dem Absacker in eine Boazn". So ging der Großteil voller Vorfreude auf ein kühles bayrisches Erfrischungsgetränk in den Hofbräu Keller beim Wiener Platz. Dort wurde gemeinsam getrunken, gegessen und über ernste und auch weniger ernste Themen diskutiert und gelacht. Von Minimalismus und Veganismus bis hin zum Beamen und dessen Auswirkungen auf gesellschaftliche Entwicklung gab es für jeden etwas beizutragen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass "Bluetooth" nach dem dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn, der für seine Kommunikationsfähigkeit bekannt war, benannt wurde!? Also wir bisher nicht.


In diesem Sinne Danke an alle Helfer und wir freuen uns auf das nächste CleanUp in zwei Wochen und wünschen bis dahin weiterhin offene Augen für den Wandel.



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